Dienstag, 23. November 2010

Zu Besuch beim Gesundheitswesen


Nachdem der Auenwaldlauf (für meinen Fuß) ganz gut gelaufen war, hat es mich am Sonntag erwischt, böses Stechen im rechten Knie. Zum Glück hatte ich mir schon eine Überweisung geholt, aber keinen Termin. Die Frage, welcher Orthopäde in Leipzig denn der richtige sei, beantwortet einem ja keiner allumfassend. Also habe ich mir selbst eine Frau Doktor gesucht und am Montag angerufen. Termine gäbe es nicht, aber ich könne den nächsten Tag morgens vorbei kommen, solle aber viel Zeit mitbringen.
Das habe ich dann heute auch getan und ich habe es sprichwörtlich ausgesessen. Pünktlich um acht war ich da, die Schwester war schon mal total unfreundlich, vielleicht hast jemand "Misery" gesehen, dann ist klar, was ich meine. Nach 150min war ich dann auch schon dran, ok ich hatte keinen Termin, aber das war dort der pure Silberrückentreff, da hätte man einen produktiven Menschen auch mal  bissl eher drannehmen können. Ich saß im Sprechzimmer und wartete (schon wieder). Da erschien  die Ärztin, bissl knurrig und dann so: "Was hammer denn?"
Ich: "Knieschmerzen."
Sie: "Gestürzt?"
Ich: "Ne, einfach beim laufen aufgetreten."
Sie: "Beim gehen?"
Ich: "Ne, beim rennen."
Sie: "Ach - Sie machen wohl Sport?"
Ich: "Ja, laufen."
Sie: "Joggen?"
Ich: "Mmh."
Plötzlich - Sinneswandel - Ärztin total nett. Wahrscheinlich war ich der erste unter 60-Jährige in diesem Monat, der zudem nicht übergewichtig und nicht irgendwie anders geschädigt war - und - auch noch Sport machte.
Dann gabs bissl Rumgedrücke und Hin-und-Hergebiege, Ultraschall (!) mit Befund - kein Wasser, dann Röntgen.
Die Schwester (nicht die vom Empfang), total freundlich, hatte endlich mal jemand zum Quatschen und einen, der es auch ohne Hilfe bis auf die Röntgenpritsche schafft. Drei Bilder geschossen, wobei das eine in einer Position gemacht wurde, die jedem die Tränen in die Augen treiben würde.
Dann ging es wieder ins Sprechzimmer zur Auswertung. Sieht alles gut aus, stellte die Ärztin fest, bisschen Knochenhautreizung. Ich solle die nächsten Tage einfach beim Laufen kleine Schritte machen und es ein wenig ruhiger angehen lassen. Dann fragte sie plötzlich, wie oft und wie viel ich denn so "joggen" würde. Ich hab dann bisschen erzählt, irgendwie hatte sie plötzlich viel Zeit - komisch, aber ich nicht.
Nächsten Freitag soll  ich noch einmal wiederkommen, aber nur, wenn es sich noch lohnt, ansonsten nicht.
Vielleicht kann ich am Donnerstag ja doch noch beim Sportabzeichen teilnehmen, damit es auch bis nächsten Freitag noch weh tut.

Samstag, 20. November 2010

Saisonende 2010


Zurzeit gehen ja wohl alle bedeutenden Meisterschaften zu Ende, letzte Woche die Formel1, heute die Leipziger Stadtrangliste. Geladen war zum 31. Auenwaldlauf an die neue Linie zur SG LVB. Da meine Platzierung so ziemlich klar war, (ich würde durch Peters Start auf Platz 9 abrutschen) musste ich eigentlich nur noch mitlaufen, top Ten war im Kasten.
Bei super Wetter ging die Horde pünktlich 10.00Uhr auf die Reise. Zur Wahl standen 10 oder 20km. Lust hatte ich eigentlich nur auf die kurze Strecke, da mir auch mein Knöchel immer noch zu denken gibt und sich nicht bessert. Wenn man ziemlich weit hinten startet hat man ja bekanntlich das Problem mit der Drängelei und mit dem Kampf nach vorn, sodass die ersten beiden Kilometer nicht gerade im Renntempo abgingen. Aber was sollte eigentlich Renntempo sein? Nach der Hälfte der ersten Runde pegelte ich mich so bei 4:35min ein, völlig ausreichend. Im Interesse, die zweite Runde nicht allein laufen zu müssen, fragte ich in meiner 4er Gruppe, wer denn alles noch nicht genug hätte. Die zwei "Kerle" winkten beide ab, blieb Ulrike, die zu meiner Verwunderung auch auf 20km- Kurs war. Kurz vor Ende der ersten Runde kamen wir ins Quatschen, sicher nicht die zweckmäßigste Wettkampfbeschäftigung, aber so verlief die zweite Runde wie im Flug. Das Tempo ging zwar etwas runter, aber egal. So kam ich nach 1:32:04h als 68. von 199 ins Ziel und war völlig zufrieden. Vielen Dank noch einmal an meine nette Begleitung, können wir öfter so machen.
Tja, und nu? - Saison vorbei. Der Plan für das nächste Jahr ist bis jetzt nur in meinem Kopf und auch dort noch nicht ganz fertig, Ideen gibt es viele, aber koordiniert wollen sie werden.....

Bilder 

Montag, 1. November 2010

Ein Viertel sind manchmal 33%


Das liegt nicht daran, dass ich in Mathe nicht aufgepasst hätte, sondern an der Staffelstückelung beim Frankfurt- Marathon. Dorthin ging es nämlich am Samstag in aller Frühe mit dem Bus. Da es mir im letzten Jahr so gut gefallen hatte, ich aber in diesem Jahr keinen Marathon laufen wollte, musste eine andere Lösung gefunden werden - Staffel. So hatte ich mich schon im Sommer an den Verantwortlichen gewandt und ihn nach einem Startplatz gefragt - "Aber nur den Schlussläufer" hatte ich großmäulig hinzugefügt. Ist zwar mit 14km das längste Stück, ich finde, aber auch das beste. Vor ein paar Wochen kam dann die Zusage. Nun nehmen sich ja die meisten für den Saisonhöhepunkt immer sehr viel vor und so kann man im Vorfeld ein bisschen mithelfen, die Leute mental zu unterstützen, Druck hatte ich nämlich keinen. Es wäre zwar schlimm, wenn eine Staffel nicht ankommt, weil einer ausfällt, aber da hatte ich keine Bedenken.
Nach der zeitumstellungsbedingten ewig langen Nacht reisten wir wieder wie die Profis direkt bis auf die Messe. Ich genoss den Start direkt an der Startlinie und schoss ein paar Fotos. Dann kam der schwierigste Teil - öffentlicher Nahverkehr. Zum (Un-)Glück funktioniert der in Frankfurt genauso schlecht wie zu Hause. U-Bahn war ja noch ok, aber die S-Bahn, die im 15min- Takt fahren sollten, kam erst (pünktlich) nach 22min. Die Bahn war also zum bersten gefüllt, auch die 1.Klasse (10 Sitzplätze) wurde gestürmt. Am Bahnhof Nied erreichte mich die Nachricht, wann ich ca. wechseln würde. Also noch schnell die Mutti angerufen, die natürlich vorm TV hockte.
Da noch reichlich Zeit war, stellte ich mich bei km28 an die Strecke, um Bekannte zu treffen. Pünktlich(st) kam Alex an mir vorbei, den ich natürlich anfeuerte. Sein Bein schien zu halten und am Ende hat er sein Ziel, unter 3h zu bleiben auch geschafft - super Alex.
Wer nicht kam, war Mike. Er hatte von Karin nach 12km das Staffelband übernommen und wollte zwei Etappen laufen. Aber da kann man rechnen, wie man will, man muss eben warten. Zum Glück kam er dann aber doch, es ging eben eng zu auf der Strecke und das Überholen ist manchmal nicht einfach, wie ich selbst noch erfahren sollte. Noch eine Schleife durch den Wechselgarten, (der zwar die Strecke um mind. 300m verlängerte, aber auch die Orientierung verbesserte) dann hatte ich das Staffelband. Zu Beginn ging es eine Treppe hoch (!) und dann auf die Strecke. Ich hatte mir einen 4.30er Schnitt vorgenommen, das würde ich locker durchhalten, hatte ich am letzten Sonntag ja (fast) bewiesen. Es hieß, möglichst viele Staffeln zu überholen und da die Läufer auch hinten ein Schild trugen, (ich nicht) kam ich mir vor, wie auf der Jagd. Ich arbeitete mich langsam vorwärts, eine 3.30h sollte noch drin sein. Plötzlich der "Rückwärtsläufer". Ich rief ihm kurz zu, dass ich es eine tolle Leistung fände, was er tut, ließ ihn dann aber schnell hinter mir.
Es bot sich das erwartete Bild, viele Läufer gingen oder standen/lagen am Rand, machten Pause, schüttelten enttäuscht den Kopf, oder waren dabei, auszusteigen. Da ich selbst nicht im Tunnel war, bekam ich endlich mal so richtig mit, was auf den letzten Kilometern in der Innenstadt so abgeht. Das Vorhaben, gemeinsam ins Ziel zu laufen mussten wir aufgeben, da meinen beiden Mitläufern irgendwie die Zeit nicht reichte, rechtzeitig am vereinbarten Platz zu sein.
Also lief ich allein in die Festhalle und kam nach 3.29.15h netto ins Ziel - völlig zufrieden. Die vier Medaillen geschnappt, noch ein paar Meter (bis zum Bus) ausgelaufen, das wars.
Die Stimmung auf der Rückfahrt war gut, wenn auch nicht alle das erreichen konnten, was geplant war. Bei uns Exanern war, bis auf unseren "Hamburger", der nicht mit uns zurück fuhr, alles top und so kamen wir um 21.30 Uhr wieder in Leipzig an. Insgesamt wieder ein Super-Team-Leipzig-Marathon-Ausflug.


Statistik: 143. Platz von 1399 Staffeln gesamt, dabei 69. bei den Mixed-Staffeln.